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Ingwer wärmt und hilft gegen Übelkeit

Ursprünglich stammt Ingweraus Südostasien, wo er traditionell als Arzneipflanze verwendet und auchangebaut wird. In Mitteleuropa wurde die Pflanze durch die Kreuzritter bekannt.Die seefahrenden Kolonialmächte trieben dann intensiven Handel mit dem vorallem als Ge­würz wertvollen Produkt. Im 16. Jahrhundert kostete ein PfundIngwer so viel wie ein Schaf.

Der als Arzneipflanze undals Gewürz verwendete Ingwer-Wurzelstock (Zingiberis rhizoma) stammt ausKulturen. Dazu werden im Frühling Wurzelstockstücke in die Erde gelegt, und einknappes Jahr später wird geerntet. Der Geruch des Ingwers ist angenehm aromatisch dankätherischem Öl, der Geschmack würzig-scharfauf Grund von Scharfstoffen. Ingwer wurde in der modernen Pflanzenheilkunde inmehreren Studien erforscht und wird empfohlen bei Verdauungsbeschwerden, welcheauf einem Mangel an Verdauungssäften beruhen und bei Appetitlosigkeit. Für denTee eine Teelöffel frisch geschnittene Ingwerwurzel pro Tasse im Aufgusszubereiten und fünf Minuten zugedeckt ziehen lassen, diesen jeweils eine halbeStunde vor den Mahlzeiten trinken.

Eine ausgeprägte Wirkungzeigt Ingwer bei der Verhütung von Übelkeit, Schwindel und Erb­rechen,insbesondere bei der Reise- und Seekrankheit. Obwohl in der TraditionellChinesi­schen Medizin Ingwer bei Schwangerschaftserbrechen eingesetzt wird,gilt in der europäi­schen Phytotherapie die Unbedenklichkeit in diesem Bereichnoch als ungenügend belegt. Zwei Gramm Ingwerpulver (das sind zwei DrittelTeelöffel) mit etwas Wasser eine halbe Stunde vor Reisebeginn einnehmen undnach vier Stunden wiederholen. Im Fachhandel sind auch Ingwerkapselnerhältlich. Als maximale Tagesdosis gilt zwei bis vier Gramm Ingwerpul­ver. FürKinder unter sechs Jahren statt dessen abgekühlten, evt. gesüssten Ingwertee an­bieten,eine Tasse eine halbe Stunde vor Reiseantritt und dann schluckweise während derReise.

Es liegen einige vielversprechende Erfahrungsberichte vor zur Bekämpfung von Übelkeit nach Narkoseund Chemotherapie, sowie gegen Migräne. Die aktuelle Studienlage lässt abernoch keine eindeutige Empfehlung zu.

Bei rheumatischenErkrankungen zeigte Ingwer - als Pulver oder Kapsel über längere Zeiteingenommen - entzündungshemmende und schmerzlindernde Wirkung. Äusserlich alsKompresse aufgelegt reizt der Ingwer die Haut und fördert so die Durchblutung,was zu einer lang anhaltenden, tiefen Durchwärmung führt. Dies wird alswohltuend empfunden vor allem bei Muskelverspannungen und bei chronischrheumatischen Schmerzen. Einen bis drei Esslöffel frische Ingwerwurzel(entsprechend der Auflagestelle) auf ein dünnes Tuch raffeln, zu einem Päckleinfalten und auf die gewünschte Körperstelle legen, fixieren. Die Kompresse fühlt sichanfänglich feucht und kalt an. Erst nach etwa zehn bis fünfzehn Minuten ist diehautreizende, wärmende Wirkung spürbar. Die Kompresse wird je nach Empfindenfür zwanzig bis dreissig Minuten belassen. Danach die Hautstelle mit lauwarmemWasser ab­waschen, trocknen und mit einem neutralen Öl pflegen. Anschliessendnoch fünfzehn Minu­ten warm zugedeckt nachruhen.

 




Der in Lebensmittelgeschäften erhältliche frische Ingwer ist der horizontal kriechende, knollig-fleischige Wurzelstock der Ingwerpflanze.

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